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Sportbögen: Die 3 beliebtesten Bogenarten näher vorgestellt

Sportbögen: Die 3 beliebtesten Bogenarten näher vorgestellt - trainingsland.de

Über 10 000 Jahre – so lange nutzt die Menschheit den Bogen bereits. Für lange Zeit half er bei der Nahrungsbeschaffung und der Verteidigung. Mit dem Aufkommen von Schießpulver verlor er an Bedeutung, erlebt heute aber als Sportgerät seine Renaissance. Ganz vergessen war er nie: Der Bogen hat sich enorm weiterentwickelt, sodass er heute in futuristisch anmutender Form und aus ultraleichten Rohstoffen in verschiedenen Varianten existiert. Die beliebtesten Sportbögen werden nachfolgend näher beleuchtet.

Bogenschießen als Sport?
Darauf ein klares: Ja! Einerseits ist der Bogensport wahnsinnig vielseitig – klassisches Scheibenschießen in der Halle oder an der frischen Luft, Feldbogenschießen, 3D-Schießen, traditionell, modern oder sogar vom Pferderücken aus. Andererseits stärkt er die Oberkörpermuskulatur, verbessert die Haltung, fördert die Tiefenwahrnehmung und kann von spannend bis meditativ beinahe alles sein! Für jeden Charakter ist etwas dabei.

Die 3 beliebtesten Sportbögen
Einige grundlegende Bestandteile haben alle Bögen gemein. Dazu zählen:
* Wurfarme: Die beiden gebogenen Stücke, die nach unten und oben ragen und zwischen denen die Bogensehne gespannt ist. Sie sind biegsam und übertragen beim Schuss ihre Energie auf den Pfeil.
* Mittelstück: Es sitzt zwischen den Wurfarmen und dient dem Schützen, den Bogen zu halten. Hier werden außerdem Scope, Pfeilauflage, Stabilisator und weiteres Zubehör befestigt. Wichtig ist, das richtige Mittelstück für Links- und Rechtshänder auszuwählen.
* Sehne: Zwischen den beiden Wurfarmen gespannt, dient sie dazu, dem Pfeil Antrieb zu geben. Heutzutage besteht sie aus leichten, extrem haltbaren Materialien. Ein mögliches Peepsight findet hier seinen Platz.
Nachfolgend sind die 3 beliebtesten Modelle genauer aufgeführt – sie alle und noch viele weitere Bogenarten finden sich auf bogensportwelt.de.

1. Recurvebogen
Er ist praktisch der Klassiker unter den Bögen. Das Recurvemodell zeichnet sich durch seine in Wurfrichtung gebogenen Wurfarme aus, die zusätzliche Energie speichern. Die Sehne liegt dadurch auf dem oberen und unteren Ende der Wurfarme auf. Funde von rund 800 Jahren v. u. Z. belegen, dass die Variante bereits sehr alt ist.
Ob ganz klassisch aus Holz, sportlich aus Metall oder aus modernem Fiberglas und Komposit, Recurves sind sowohl für Einsteiger als auch Profischützen designt. Es gibt sie als Take-Down-Modell, bei dem die Wurfarme vom Mittelstück entfernt werden können. Dadurch sind sie praktisch zu transportieren und können mit der steigenden Kraft und Erfahrung des Schützen mitwachsen.
Die Vorteile: Sie sind relativ pflegeleicht und müssen für einen Sehnenwechsel nicht zwingend im Fachhandel abgegeben werden.

2. Compoundbogen
Der Compoundbogen ist eine moderne Weiterentwicklung des klassischen Bogenmodells: Er nutzt auf clevere Weise das Flaschenzugsystem, sodass Schützen mit weniger Kraftaufwand ihre Pfeile mit höherer Geschwindigkeit verschießen können. Dazu sind sogenannte Cams (Rollen) in die Wurfarme integriert, über die Kabel und Sehne verlaufen. Compounds sehen auf den ersten Blick sicher etwas verwirrend aus – aber sie sind nicht schwieriger zu bedienen als andere Modelle.
Sowohl im Sport- als auch im Jagdsektor ist der Compoundbogen sehr beliebt. Wer den traditionellen Holzlook liebt, wird hier leider nicht fündig: Er besteht meist aus Kompositwerkstoffen oder Metall, die den großen Kräften widerstehen und unter jeder Witterungsbedingung gleichbleibende Schießergebnisse liefern.
Die Vorteile: Die Hebelwirkung der Cams erlaubt es, hohe Zuggewichte mit geringerer Anstrengung zu halten. Dadurch sind Compoundmodelle selbst auf große Distanzen noch hochpräzise. Jedoch benötigen sie mehr Wartung, und ein Sehnenwechsel ist aufwendig.


3. Langbogen
Der Langbogen ist ein wahres Relikt: Seine Ursprünge gehen auf die Mittelsteinzeit zurück. Wer so traditionell und intuitiv wie möglich schießen möchte, kann sich der Herausforderung stellen – denn diese Variante benötigt die meiste Kraft, um den Pfeil präzise und sicher ins Ziel zu bringen. Der Unterschied zum Recurvemodell liegt in seinem simplen Aufbau. Die Wurfarme nehmen in den Spitzen keine Extrabiegung, sodass die Sehne dort nicht aufliegt.
Die berühmteste Unterart ist wohl der Englische Langbogen, mit dem die Briten im Mittelalter erfolgreich Belagerungen abwehrten. Je länger er ist, desto mehr Zugkraft erfordert er beim Ausziehen. Als längster Langbogen gilt der japanische Yumi, der heute noch im japanischen Bogensport, dem Kyudo, eingesetzt wird.
Die Vorteile: Simpler geht es kaum – die archaisch anmutenden Langbögen kommen ohne viel Zubehör aus. Fürs intuitive Schießen und den Kraftaufbau im Oberkörper sind sie perfekt.

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